Tarifabschluss im Wach- und Sicherheitsgewerbe

Nach den Warnstreiks der Fluggastkontrolleure am Düsseldorfer Flughafen und der Werkfeuerwehr der Firma Solvay am 11. Mai 2009, sowie der Demonstration von 60 Beschäftigten vor dem Verhandlungslokal konnte ein Tarifabschluss für die Beschäftigten des nordrhein-westfälischen Wach- und Sicherheitsgewerbe erreicht werden.

Die Löhne, Ausbildungsvergütungen und Gehälter werden

  • Ab dem 1. Juli 2009 um 2,1 Prozent erhöht und

  • Ab dem 1. Juli 2010 um 1,7 Prozent erhöht.


Die Löhne der Lohngruppen 2.0.22 und 2.0.23 und der Werkfeuerwehr werden

  • Ab dem 1. Juli 2009 um 2,5 Prozent und

  • Ab dem 1. Juli 2010 um 2 Prozent erhöht.


Friseurhandwerk NRW:

Tarifverhandlungen brachten kein Ergebnis

Die Verhandlungen am 21. April 2009 brachten kein Ergebnis. Das letzte Angebot der Arbeitgeber ist „das Letzte“ und würdigt in keiner Weise die qualitativen Tätigkeiten ihrer Beschäftigten.

Sie boten ab dem 01.Mai 2009 für die Vergütungsgruppen (VG)

VG 1    0 %, 
VG 2 bis 7    1 %

und ab 01. Mai 2010 für die Vergütungsgruppen

VG 1 und 2    1 %,
VG 3,4,6 und 7   1,5 %,
VG 5    0,5 %

Die Ausbildungsvergütungen sollen ab 01. Mai 2009 angehoben werden auf

380 € im 1. Ausbildungsjahr,
490 € im 2. Ausbildungsjahr
600 € im 3. Ausbildungsjahr.

Die Arbeitgeber begründen das miese Angebot mit der wirtschaftlichen Lage und dass sie die im Jahre 2008 gemachte Tariferhöhung von ca. 10 % bisher nicht verkraftet haben. Diese Mehrkosten für die Betriebe konnten nicht eins zu eins an den Kunden weitergegeben werden.

Hierbei verschweigen sie, dass diese Erhöhung auf der tariflichen Grundlage von 2004 erfolgte, zwischen 2004 und 2008 gab es keine Tarifverhandlungen weil die Arbeitgeber nur dann verhandeln wollten, wenn ver.di bereit war die 40-Stundenwoche ohne Lohnausgleich zu akzeptieren.

Die tariflichen Monatseinkommen von 2004 bezogen sich auf eine 37 Stundenwoche, die tarifliche Monatserhöhung bezieht sich auf eine 39,5 Stundenwoche. Es gab also keine 10prozentige Erhöhung der Einkommen.


Tarifabschluss für Geld- und Wertdienste in NRW:

Deutliche Einkommenserhöhungen erreicht

Bei den Tarifverhandlungen für die rund 1.600 Beschäftigten der nordrhein-westfälischen Geld- und Wertdienstleister konnte am 27. April ein Tarifergebnis erzielt werden.

Demnach steigen die Löhne in einer ersten Stufe ab dem 1. Mai 2009 um 4,3 Prozent. Ab dem 1. Juli 2010 werden die Einkommen um weitere 3,3 Prozent angehoben. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit bis zum 31. August 2011.
Angelika Hecker, ver.di-Verhandlungsführerin: „Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist der Abschluss durchaus akzeptabel“.


Tarifverhandlungen Geld- und Wertdienstleister

Arbeitgeber-Angebot eine Provokation

Nach knapp fünfstündiger Verhandlung endete am 15.04.09 für die ca. 1.600 Beschäftigten der Geld- und Wertdienstleister NRW die diesjährige Auftakt-Tarifverhandlung ohne akzeptables Angebot der Arbeitgeber. Gefordert hatte die Tarifkommission:

  • Erhöhung der Löhne auf 13,00 € für die Lohngruppe 1

  • Erhöhung der Löhne auf 14,00 € für die Lohngruppe 2, im 1. Beschäftigungsjahr

  • Erhöhung der Löhne auf 15,00 € für die Lohngruppe 2, ab dem 2. Beschäftigungsjahr.

Die Laufzeit des Tarifvertrages soll 11 Monate betragen, beginnend ab 01.05.09.

Dieses u. a. vor dem Hintergrund eines zweistelligen (10,6 Prozent) Verlustes der Realeinkommen seit 2003 für die Beschäftigten der Branche. Letztendlich machten die Arbeitgeber ein für uns völlig unakzeptables Angebot: 2,1 Prozent für 12 Monate. Die Tarifkommission lehnte das Angebot ab, nicht zuletzt aufgrund der erst kürzlich in Bremen erzielten Tariferhöhung von 4,3 Prozent. Einkommen zum Auskommen fordert die Tarifkommission und fragt die nordrhein-westfälischen Arbeitgeber: „Sind ihnen die Kolleginnen / Kollegen in NRW weniger Wert als in Bremen oder warum gibt es nur ein Angebot von 2,1 Prozent?“ Am 27.04.09 werden die Verhandlungen fortgesetzt.


 

Tarifangebot liegt vor - Jetzt abstimmen!

Am 3. März 2009 fanden Verhandlungen zur Erhöhung der Löhne, Gehälter und Ausbildungsvergütungen für das Wach- und Sicherheitsgewerbe in NRW statt.

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise ist es mehr denn je notwendig, dass die Reallöhne zur Ankurbelung der Binnennachfrage steigen.

Das sehen die Arbeitgeber aber anders:

Nach langem, zähem Ringen boten sie eine Erhöhung von 1Prozent für 12 Monate ab dem 1. Mai 2009 an.

Laut BDWS-Veröffentlichung vom 8. Dezember 2008 sieht sich die Sicherheitsbranche als Gewinner der Finanzkrise, da in Zeiten der Krise viele Unternehmen ihre Kosten auf den Prüfstand stellen und Pförtnerdienste und Objektschutz ausgliedern werden.
Trotzdem wollen die Arbeitgeber ihre Gewinne nicht an die Beschäftigten weitergeben.

Die ver.di Tarifkommission meint, dass nur die Erhöhung der Reallöhne die Binnenwirtschaft ankurbelt, und somit den Kampf gegen die ansonsten sich beschleunigende Rezession abwehren kann.

Am Ende der Verhandlung wurde folgendes Ergebnis mit einer Widerrufsfrist bis zum 09.04.2009 vereinbart:

zum  01.05.09

Löhne 1,72 Prozent auf die Lohngruppe 2.0.11,
die sich ergebenden 0,13 € werden über alle Lohngruppen als Erhöhungsbetrag gezahlt.

Gehälter  und 
Ausbildungsvergütung  1,4 Prozent,
die Ziffer 5.1 im Gehaltstarifvertrag wird gestrichen, die 30% Sonderzahlungen werden auf die einzelnen Gehaltsgruppen und Stufen umgelegt.


zum  01.05.10

Löhne 1,43 Prozent auf die Lohngruppe 2.0.11, die sich ergebenden 0,11 € werden über alle Lohngruppen als Erhöhungsbetrag gezahlt.

Gehälter und
Ausbildungsvergütung 1,0 Prozent

Das  ist ein Tarifergebnis von 3,15 Prozent Erhöhung der Löhne, bezogen auf die Lohngruppe 2.0.11 und 2,4 Prozent Erhöhung der Gehälter und Ausbildungsvergütungen über 24 Monate.

Jetzt seid ihr dran, stimmt auf dem beiliegenden Stimmzettel ab, ob ihr das Ergebnis annehmen wollt oder nicht. Gebt den Stimmzettel bis spätestens 31. März 2009 bei eurer Gewerkschaft oder eurem Betriebsrat ab!


BDWS:

Tarifvertrag Sicherungsposten gekündigt

Der Bundesverband deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS) hat den Bundestarifvertrag für Sicherungsposten gekündigt. Es besteht keine Tarifnachwirkung, sie wurde im Tarifvertrag ausgeschlossen. Es gelten somit tarifliche Regelungen der Länder die am 1. März 2007 gültig waren. Ver.di fordert die Beschäftigten in Betrieben die Sicherungsposten betreiben auf, keine Arbeitsvertrags oder sonstige Abreden zu unterschreiben.


 

Wach- und Sicherheitsgewerbe:

Abschluss erzielt

Für die rund 20.000 Beschäftigten des Wach- und Sicherheitsgewerbes NRW konnte ein Tarifergebnis erzielt werden:

  • Die Löhne, Gehälter und die Ausbildungsvergütungen werden sich um 3,1 Prozent linear erhöhen.

  • Für die IHK-geprüften Werkschutzfachkräfte, geprüfte Schutz- und Sicherheitskräfte sowie Fachkräfte für Schutz und Sicherheit in kerntechnischen Anlagen in Ausübung der Funktion erhöhen sich die Löhne nochmals um 0,05 Euro je Stunde.

  • Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 12 Monaten, vom 01.05.2008 bis zum 30.04.2009.


Start Zeitarbeit


Acht Prozent für "Stammbeschäftigte"


Bei den Tarifverhandlungen für "Stammbeschäftigte" der START Zeitarbeit NRW konnte eine Erhöhung der Löhne und Gehälter von acht Prozent erzielt werden. Davon werden 3,5 Prozent tabellenwirksam berechnet und 4,5 Prozent erhalten alle Beschäftigten als Einmalbeitrag auf ihr individuelles Monatsgehalt. Auszahlungsmonat ist der Januar 2008.

Der Vertrag hat eine Laufzeit von 12 Monaten.

Die Forderungen zum Entgeltabkommen werden in einer gesonderten Verhandlung im Januar 2008 behandelt. Bis zu einer Einigung wird das Entgeltrahmenabkommen in der bestehenden Form angewandt.


 

Tarifabschluss LEG NRW:

3,5 Prozent für alle

Bereits in der ersten Verhandlungsrunde am 27. November 2007 konnte ver.di in den Abendstunden ein Tarifergebnis erzielen. Alle Beschäftigten der LEG NRW und ihren Verbundunternehmen einschließlich der Auszubildenden und Kraftfahrer erhalten eine lineare Erhöhung von 3,5 Prozent auf die jeweils individuelle Grundvergütung. Die Laufzeit beträgt  12 Monate. Damit konnten wir unsere Forderung in dieser Tarifrunde, ausschließlich eine lineare Erhöhung abzuschließen, umsetzen.

Die Arbeitgeber boten im ersten Schritt lediglich eine Erhöhung von 1,5 Prozent auf die Grundvergütung und 1,5 Prozent auf die variable erfolgsorientierte Vergütung bei einer gleichzeitigen Anhebung der Arbeitszeit auf 40 Stunden pro Woche und einer Laufzeit von 24 Monaten an. Dies konnten wir erfolgreich abwehren und eine Abkoppelung  von der allgemeinen wirtschaftlichen Tariflandschaft verhindern.Die Vergütungstabelle werden wir nach Erstellung im Intranet veröffentlichen.


Tagung

Soziale Mindeststandards in Call Centern

Soziale Mindeststandards gehen über den Mindestlohn hinaus und setzen Anforderungen an die Gestaltung der Arbeits- und Lebensbedingungen in Call und Service Centern. Ziel ist es, gute und faire Arbeit durchzusetzen.

Anhand der bereits vorhandenen Forderungen, zum Beispiel der Call Center Charta der internationalen Dienstleistungsgewerkschaft UNI oder des DGB werden im Rahmen der Tagung Mindeststandards formuliert, anhand betrieblicher Praxis geprüft, fortentwickelt und präsentiert.

Die Tagung fand vom 26. bis 28. November 2007 in Dortmund statt.

Ausführliche Informationen zur Tagung finden Sie hier:


Streiks erfolgreich!

Tarifabschluss von 5,4 Prozent erzielt

Für die rund 1.200 Beschäftigten der Geld- und Wertransportbranche in Nordrhein-Westfalen konnte nach einem mehrtägigen Streik und mit Hilfe des Landesschlichters Pollmeyer, nach mehrstündigen und schwierigen Verhandlungen ein Tarifabschluss erreicht werden. Der Abschluss hat ein tabellenwirksames Volumen von 5,4 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Die Löhne und Gehälter erhöhen sich ab dem 1. Mai 2007 um 2,9 Prozent um weitere 0,4 Prozent ab Dezember 2007 und nochmals um 2,1 Prozent ab den 1. Juni 2008.

Dieses gute Ergebnis, so die zuständige Landesfachbereichsleiterin Angelika Hecker, konnte nur "durch die massiven und wirkungsvollen Streiks der letzten Tage erreicht werden".

Einige Streikimpressionen im Tagebuch: